Berufsbild

BERUFSBILD DES VERSICHERUNGSMAKLERS UND CODE OF CONDUCT

Die nachstehenden Grundsätze sind dem "Berufsbild des Versicherungsmaklers" und dem Code of Conduct, das von der Generalversammlung des LIBA vom 26.08.2009 genehmigt wurde, entnommen. Der vollständige Text des Dokuments "Berufsbild" kann als .pdf-File herunter geladen werden.

Grundsätze


Der Makler

Makler ist, wer aufgrund einer privatrechtlichen Vereinbarung mit seinem Kunden eine Dienstleistung auf dem Gebiet der Risikoberatung und der Versicherung erbringt und in aller Regel eine Platzierung der zu versichernden Risiken und/oder die spätere laufende Betreuung der Versicherungsverträge vornimmt.

Im Gegensatz zum gebundenen Versicherungsagenten/-vertreter ist der Makler nicht von einem Versicherer angestellt, sondern ihm gegenüber unabhängig. Er wird aufgrund der Maklervereinbarung mit seinem Auftraggeber als treuhänderischer Sachverwalter in dessen Auftrag tätig.

Der Makler vertritt in erster Linie die Interessen des Kunden und ist dessen Vertreter. Er verhält sich dem Kunden gegenüber stets loyal und stellt die legitimen Interessen des Kunden über seine eigenen. Er setzt sein gesamtes Wissen und Können sowie seine ganze Erfahrung ein, um die Interessen des Kunden optimal zu vertreten und zu wahren.

Er erklärt seinem Kunden Art und Umfang der Dienstleistung, das System der Honorierung, informiert über die Rechte und Pflichten beider Parteien und berät ihn sorgfältig. Er hält sich im Weiteren an die relevanten gesetzlichen Bestimmungen inklusive dem Liechtensteiner Gesetz über die Versicherungsvermittlung (Versicherungsvermittlungsgesetz; Vers-VermG), das per 1. Juli 2006 in Kraft gesetzt wird. Demnach besteht eine Registrierungs- und Informationspflicht für alle Makler.

Unabhängigkeit

Der Makler ist weder rechtlich noch wirtschaftlich von einem Versicherer abhängig. Er ist kein Makler, wenn ihm diese Unabhängigkeit fehlt, z.B. wenn er von einem oder mehreren Versicherern oder Rückversicherern beauftragt ist, Geschäfte zu vermitteln oder wenn Aktien oder andere Geschäftsanteile des Versicherungsmaklers direkt oder indirekt von einem oder mehreren Versicherern oder Rückversicherern gehalten werden. Er ist ebenfalls nicht Makler im Sinne dieses Berufsbildes, wenn Aktien oder andere Geschäftsanteile des Versicherungsmaklers direkt oder indirekt von einem Versicherungsunternehmen gehalten werden und dadurch eine wirtschaftliche Abhängigkeit gegeben ist.

Professionalität und Sorgfalt

Der Makler erbringt seine Dienstleistungen mit grösstmöglicher Sorgfalt und Professionalität. Er schuldet seinem Kunden eine qualitativ hochstehende Beratung und Betreuung bei der Erfüllung der ihm übertragenen Versicherungs-, Vorsorge- oder Risiko-Management-Aufgaben. Er erteilt Beratungen und Informationen nur auf den Gebieten, in denen er kompetent ist. Er besitzt angemessene allgemeine, kaufmännische und fachliche Kenntnisse und verpflichtet sich zur permanenten Weiterbildung.

Innovation und Initiative

Ohne die Vorteile traditioneller Werte und Lösungen zu verkennen, setzt sich der Makler im Bedarfsfall auch für neue und, wenn nötig, unkonventionelle Lösungen ein. Er verfolgt das Marktgeschehen aktiv.

Verantwortung und Fairness

Der Makler verhält sich gegenüber seinen Kunden, den Versicherern und Anbietern von Finanzprodukten, den Behörden und seinen Mitbewerbern stets fair und verantwortungsbewusst. Er behandelt allfällige Beschwerden über seine Leistung oder daraus allfällig resultierende Haftpflichtansprüche prompt und fair. Er sorgt auch innerhalb seines Betriebes dafür, dass die Regeln des Berufsstands bekannt sind und befolgt werden.

Honorierung

Der Makler ist nicht unentgeltlich tätig, auch wenn der Kunde bei der Versicherungsvermittlung durch einen Makler in der Regel keine zusätzlichen Kosten aufwenden muss. Der Makler erhält das Entgelt für seine Tätigkeiten üblicherweise als Courtage vom Versicherer erstattet. Direkte Honorarvereinbarungen zwischen Kunden und Makler bedürfen einer ausdrücklichen Vereinbarung.



(Genehmigt an der Gründungsversammlung des LIBA vom 30. Juni 2006)